Alle Jahre wieder
- Katrin

- 23. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 25. März
Demnächst steht sie wieder auf dem Plan und stellt jegliches Gefühlt von Ordnung, Struktur und Zeit auf den Kopf.
Weder schlaflose Nächte, noch Liebeskummer oder das Gegenteil davon bringen Menschen, die im Arbeitsrhytmus stecken, so sehr durcheinander wie halbjährliche, nächtliche Umstellung der Uhr.
Selbst wenn 99,9% aller Zeitanzeiger sich zuverlässig von selbst mit der ab dato geltenden Uhrzeit versehen, ist der Mensch, der auf die Uhr schaut, verwirrt und fragt: " Wie spät ist es EIGENTLICH?" Wobei die Betonung auf dem 'eigentlich' liegt, was nichts anderes heißen soll, als dass er es gerne so hätte, wie gestern um diese Zeit.
Doch nun, nachdem sich alle Uhren automatisch umgestellt haben, ist Mensch verwirrt und weiß nicht einmal, ob der heutige Tag 23 oder 25 Stunden hat.
Und Hund und Katz und Kind sind sichtlich verwundert, dass die bis gestern so souverän ausgeglichenen Erwachsenen heute offensichtlich ohne jeden Anlass gleichzeitig supereilig und trödelig erscheinen.
Aber irgendeinen Sinn hatte doch dieses Ritual, das uns 2 mal im Jahr die letzten Nerven raubt und alle Routinen zusammenbrechen lässt.
Ich selbst kann mich gut erinnern an das Frühjahr 1980, als ich als Erstklässler artig und aufmerksam der Lehrerin lauschte, die diesen neuen Brauch in kindgerechter Sprache mit sozialistischer Selbstverständlichkeit näher zu bringen versuchte.
Sie sprach von hellen Stunden am Abend, die es dann gäbe wenn wir dafür bereit wären, morgens noch mal im Dunkeln aufzustehen.
Strom sparen würde das, denn morgens macht man ja nicht so lange das Licht an, wie abends.
Dass ja nicht nur das Licht, sondern auch der Kühlschrank, der Herd und der Staubsauger Strom brauchen, haben wir frisch gebackenen jungen Pioniere natürlich sofort bemerkt. Da könne man natürlich durch Zeitumstellung nichts einsparen, laut unserer Lehrerin, aber beim Licht schon, und das ist doch allemal eine gute Sache, wenn wir schon mal dort sparen, wo wir es können.
HA HA HA HA HA
Ob das Licht irgendwo eine halbe Stunde länger oder kürzer brennt, hat damals wie heute nicht wirklich interessiert, nicht in privaten Haushalten, nicht in Betrieben und auch nicht in öffentlichen Gebäuden.
Das elektrische Licht ist eben ganz selbstverständlich verfügbar und macht sicher den unbedeutendsten Teil einer jeden Stromrechnung aus.
Im Sommer 2018 startete die EU in allen Mitgliedsstaaten eine Onlineumfrage zum Thema Zeitumstellung¹. Doch obwohl mehr als drei Viertel der Umfrageergebnisse für die Abschaffung stimmte, blieb alles so, wie gehabt.
Man konnte sich wohl nicht einigen, ob künftig diese oder jene Zeit gelten soll, obwohl das Wort Abschaffung doch eine eindeutige Aussage ist. Oder wissen die Verantwortlichen selbst nicht mehr, welche Zeit die natürliche ist?
Einige Länder haben die Zeitumstellung bereits wieder abgeschafft, doch hierzulande werden wir uns wohl weiterhin mit der Zeitverwirrung herumschlagen müssen. Man könnte das Ganze ja auch humorvoll angehen, so wie in diesem Lied von Yann Song King² , selbst wenn man dabei ein bisschen vom Thema abkommt.
¹ https://www.tagesschau.de, 29.08.2018
² (Youtube @K.G.S., Yann Song King 2024)









Kommentare