Alles ist GUT, Alles ist RICHTIG und Alles darf SEIN
- Katrin

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Wie Alles begann
Im Herbst 2020 haben wir uns getroffen und wären hundertprozentig aneinander vorbeigefahren, hätte nicht ein recht eckig agierender Vermittler in den engen Gassen Alt-Köpenicks auf nebenan.de mit voller Absicht eine Kollision unserer total unterschiedlichen Fahrzeuge herbeigeführt.
Wir waren und sind so unterschiedlich, dass wir nicht einmal einen Wimpernschlag lang nach dem anderen geschaut hätten, doch bei all dieser Unterschiedlichkeit gibt es einen Punkt, einen Einzigen, der identisch ist, zu hundert Prozent beinahe identisch.
Er ist so winzig, dass er erst im Nachhinein bemerkt wird. Und da wir uns nicht nacheinander umgeschaut hätten, gab es eine Verzögerung, einen Moment, der mein Weitergehen für ein paar Sekunden aufgehalten hat.
Dieser Moment hat die beiden atomaren Kleinstteilchen miteinander verbunden, welche nun, durch die Größenverdopplung quasi, für den Vermittler sichtbar wurden.
Wofür der Vermittler?
Wenn etwas im Leben Großes bewirken kann, dann sind es die kleinen und kleinsten Dinge; und der eckige Vermittler weiß das.
Sein Interesse, eine Verbindung herzustellen und diesezu analysieren, war entsprechend riesig, doch eine echte Vermittlung war schlichtweg unmöglich, also kam es zur Kollision.
Eine Kollision, die keine spürbaren Blessuren hinterlassen würde, wenn da nicht jemand mit viel zu harter Hartnäckigkeit wieder und wieder versuchen würde, einen kleinen, süßen Flitzer, der gerade generalüberholt wurde und nun mit ganz neuer Energie versucht, die Welt auf eine schöne Weise zu entdecken und einen klapprigen, alten Trecker, der nur von einem überalterten Motorstück zusammengehalten wird, immer darauf achtend, dass nichts ihm zu nahe kommt, da er fürchtet, er könnte auseinander fallen; wenn also jemand versucht, diese beiden Vehikel in eine gemeinsame Fuhrt zu drängen, dann bleibt Erinnerung.
Alles ist gut, alles ist richtig, alles darf sein.
Ich bin jemand, der gerne alles hinterfragt hat, mit kindlich-unbändiger Neugier Dinge bis ins Detail aufdröselt, und dann glaubt, etwas versanden zu haben.
Du sahst immer so aus, als würde die Welt dich nicht interessieren. Alles ist gut, alles ist richtig, alles darf sein, beinahe jeden Tag hast du, während unserer kurzen Zusammenkünfte, diese Weisheit in den Raum gestellt.
Ich war jedes mal überrascht, wie viel Frieden und Harmonie in dieser scheinbaren Gleichgültigkeit stecken.
Hättest du diesen Satz nicht gesagt, hätte ich auch weiterhin geglaubt, dir sei die Welt und alles darin egal. Alles ist gut, alles ist richtig, alles darf sein, nachdem dieser Satz ausgesprochen war, hat sich deine Gesellschaft plötzlich anders angefühlt. Ganz anders.
Was war plötzlich so anders?
In diesem blöden, schrägen Vogel, der nirgendwo hinpasst, zeigte sich augenblicklich eine ganze Welt; rund, harmonisch und voller Frieden. Riesig war diese Welt, zu groß für Menschenaugen, zu groß, um sie zeigen zu können, und zu groß, um sie tragen zu können.
Deshalb hast du sie auf links gedreht, wie man ein farbempfindliches T-Shirt mit kunstvoll aufgestickten Pailletten vor dem Waschen auf links dreht. So auf links gedreht, übersteht es den Waschgang und die anderen Klamotten in der Waschmaschine haben keine Ahnung, wer da mit ihnen diese Waschfahrt teilt.
Zu groß ist die Welt, um sie zeigen zu können. Alles ist gut, alles ist richtig, alles darf sein, für meine nach der Generalüberholung erwachenden Inneraugen war das Futter, maßgeschneidertes Trainingsmaterial.
Zu groß, um sie tragen zu können, deshalb sieht dein Trecker aus, als würde er jeden Moment auseinander fallen und die Leute fragen sich, wieso tut der so, als hätte er eine Last zu schleppen.
Du hast versucht, mir zu erklären, wie dein Motor gebaut ist; im Grunde sind alle Motoren aus dem selben Stoff und Teile eines größeren Motors.
Und warum das Alles?
Weißt du noch, einmal, ganz am Anfang unserer Bekannschaft, als wir noch nicht so richtig wussten, was wir miteinander anfange sollen,, da hast du gefragt: „Was machen wir hier eigentlich? …. Sind wir in göttlichem Auftrag unterwegs?“
Ich hab irgendwie versucht raus zu kriegen, was du damit meinst, ob du wüsstest, was zu tun wäre. Aber du hattest wie immer keine Ahnung, wie das gehen soll, nur: „Das Göttlichste, was man tun kann, ist doch, man selbst zu sein.“









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