Einmal zum Mond und zurück
- Mrs. Linda
- 28. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Juli
(dada dadadam dadam dada...)
„Guck mal, die Wolke da sieht aus wie ein Hase.“
„Und da kommt eine, die aussieht wie ein Schaf.“
„Ja, richtig Schäfchenwolken.“
„Und wie schnell die Wolken ziehen, sieht das nur so schnell aus, oder sind die da oben vllt noch viel schneller?“
„Und was ist denn daaas? Der Mond ist schon aufgegangen, obwohl es noch hell ist!“
„Aber der Mond zieht nicht mit den Wolken!“
„Warum ziehen die Wolken denn so schnell?“
„Weil es windig ist...“
Während Andrea und Patricia die Phänomene am Himmel von hier unten beobachten und mit kindlichen Worten beschreiben und zu erklären versuchen, habe ich mich aus der Unterhaltung ausgeklinkt, denn meine Augen sind in einer Wolke mit unbestimmter Form hängen geblieben und haben mich quasi dort hoch gezogen.
Ich höre die beiden gar nicht mehr, meine inneren Augen sind ganz und gar in der Wolke angekommen, so dass ich jetzt dort spazieren gehen kann. Wolke mit unbestimmter Form hängen geblieben und haben mich quasi dort hoch gezogen. Ich höre die beiden gar nicht mehr, meine inneren Augen sind ganz und gar in der Wolke angekommen, so dass ich jetzt dort spazieren gehen kann.
Hier sind so was wie Wände, die so Flure bilden und ich habe das Gefühl, jeden Moment die Tür zu meinem Zuhause zu finden. Ja, eigentlich kenne ich den Weg durch dieses Labyrinth an Fluren, ich gehe ganz entspannt, auch wenn ich weiß, dass noch ein gutes Stück Weg vor mir liegt.
Eine Stimme wie aus einer anderen Welt ruft: "Kinder, räumt die Decke ein, wir wollen in 10 min. fahren."
Und während sie spricht, lösen sich die Flure auf und ich purzle recht unsanft durch Raum und Zeit und finde mich auf einer ausgebreiteten Decke, die auf einer grünen Wiese liegt, zwischen zwei Mädchen wieder, die sich lachend über mich beugen und sagen: "Linda, du siehst aus, als wärst du in den Wolken zu Hause und nicht hier."
Sie räumen die Decke zusammen und bringen sie in das kleine Gartenhaus am Rande der Wiese. Der Körper, in dem ich nun stecke, trottet automatisch hinterher. Seltsam vertraut ist mir das Überschreiten der Schwelle des Hauses und auch die Frau, zu der die Stimme gehört, die gerade gerufen hat. Sie erkennt meine verlegene Unsicherheit und fragt mich, ob ich auf dort auf der Wiese eingeschlafen sei.
Ich weiß noch gar nicht, wie ich es anstellen soll, so mit einer Stimme, die Worte formuliert, zu antworten. Aber das muss ich auch gar nicht, die beiden Anderen kringeln sich vor Lachen und antworten für mich: " Nee, Linda hat nicht geschlafen, sie hat geträumt." Und kichern weiter, bis wir ins Auto steigen.
Das Einsteigen in dieses Vehikel fühlt sich für mich wie Routine an, als würde ich es ständig tun. Und allmählich fühle ich auch den Körper, in dem ich stecke, Arme, Beine, Bauch; jetzt BIN ich sogar der Körper und in der Lage, ihn willentlich nutzen. Neben mir sitzen meine Schwester und meine Freundin, beide schauen mich seltsam an und tauschen Blicke, so als wüssten sie was, wovon ich keine Ahnung habe.
Ach, sollen die beiden Bücherwürmer sich doch so klug fühlen, wenn sie meinen, über Mond und Wolken diskutieren zu müssen. Ich beobachte viel lieber, als alles gleich zu zerreden.
Und der Vati, der am Steuer sitzt, erklärt ihnen jetzt, dass der Mond nicht mit den Wolken ziehen kann, weil er sich außerhalb der Erde befindet. Und die Wolken, die gehören zur Erde, sie entstehen aus Wasser, das verda … da da da da da da da da dampft…
Stolzenhagen 1981









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