Du bist ja unser Sonnenschein
- Mrs. Linda
- 28. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Du bist ja unser Sonnenschein,
doch als du gerade laufen kannst,
bricht Unglück über uns herein
du wirst so furchtbar krank.
Du musst sogar ins Krankenhaus
bist ja noch so klein.
„Wann darf sie endlich wieder raus?
Wie lange wird es sein?“
Die Gedanken sind bei dir,
jeden Tag und jede Nacht.
Jeden Abend beten wir,
und der Herrgott wacht.
Zur Besuchszeit seh‘n wir dich
in deinem Bettchen liegen.
Die Glasscheibe trennt uns von dir,
so kannst du uns nicht spüren.
Im frisch gestärkten weißen Kittel
darf nur der Doktor zu dir rein.
Er hat so manches gute Mittel
und Schutz vor jedem Keim.
Abgemagert liegst du nun
in deinem kleinen Bettchen.
„Wird sie denn gar nicht mehr gesund?“
„Wir tuen, was wir können!“
Und sorgenvoll die Schwestern klagen:
„Das Kind will einfach nicht mehr essen!“
In diesen Tagen müssen wir
wohl mit dem Schlimmsten rechnen.“
„Sterben kann sie doch zu Haus“
hör’ ich mich jetzt sagen.
„Dann werden sie nach einer Woche
Ihr Kind zu Grabe tragen!“ -
Nach einer Woche hier zu Haus,
dann dein erstes Lächeln.
Wir atmen endlich wieder auf -
nun wird Alles bestens.
Nach einem Monat siehst du dann
nicht mehr so mager aus.
Siehst neugierig den Geschwistern zu
willst aus dem Bettchen raus.
Und als der Sommer kommt, da bist du
gänzlich wieder munter.
Du kannst hier schön im Garten spielen
Fürwahr, das ist ein Wunder.
Fredersdorf, um 1950









Kommentare